Franz Küllinger leitet seit September 2011 die Pfarre Wartberg/Aist.
Zum Abschluß
Musik ist etwas für den Augenblick. Sie erklingt jetzt. Nur im Jetzt. Wenn die Sänger den Mund schließen, ist es vorbei mit dem Gesang. Es gibt keine Chance, Musik über den Zeitpunkt ihres Erklingens hinaus, festzuhalten. Denn auch die CD ist nicht Musik - sie lässt nur mittels technischer Hilfsmittel Musik erklingen - und eben auch nur für die begrenzte Zeit, da sie abgespielt wird. Im Regal ist sie ein Gegenstand mehr, der verstaubt. Nichts weiter.
Musik ist etwas für den Augenblick. Das macht sie vergänglich, ja zerbrechlich. Das macht sie aber auch wertvoll und kostbar. Sie erklingt immer auf ganz einzigartige Weise. Und selbst ein und dieselbe Partitur kennt unzählig viele Interpretationen. So gesehen macht Musik sensibel für die Kostbarkeit des Augenblicks. Wir sollten ihn genießen (nicht vertreiben).
Viele solcherart kostbare Augenblicke habe ich singend im Alle-Heilige-Zeiten Chor verbracht. Und es waren wahrlich Sternstunden darunter. Und immer wieder hatte ich das Gefühl, unser Kirchenraum hat förmlich mitgesungen. Nicht erst bei den Festen selbst. Sooft auch und gerade bei den Proben. Wenn wir uns angenähert haben, an die richtigen Töne. Wenn erst im vielfachen Wiederholen jener Klangraum entstand, der angezielt war. So ist Musik auch durch unsere Gemeinschaft kostbar und wertvoll geworden.
Bald ist für mich dieser Klangraum Vergangenheit. Und wenn er auch in mir noch lange nachklingen wird, er ist verhallt und damit vorbei. Dankbar schaue ich zurück. Es war ein Stück Heimat, im AHZ Chor Bass zu singen. Mein inniger Wunsch ist, dass es dieses Duett - AHZ Chor und Kirche von Treffling - noch lange gibt. Und dass Ingmar auf seine herzerfrischende und inspirierende Art den Takt vorgibt - und auch jene Noten zu Papier bringt, die dessen „unverwechselbaren Sound" ausmachen...
Franz Küllinger, Pfarrassistent.